Die französische Regierung bereitet sich auf ein hochriskantes Wochenende vor, da Schüler im gesamten Land erneut gegen die aktuelle Bildungspolitik protestieren wollen. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete den kommenden Samstag bereits als „risikoreich“, insbesondere im Hinblick auf die Halloween-Nacht. Die Demonstranten schließen sich dabei mit den Gelbwesten und verschiedenen Gewerkschaften zusammen, um ihrem Unmut über die bestehenden Systemstrukturen Ausdruck zu verleihen.
Zwar hat Bildungsminister Geffray einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt, der unter anderem die Reduzierung der Klassenstärke und die Schaffung von 500 zusätzlichen Lehrerstellen vorsieht. Zudem will die Regierung vier Milliarden Euro in Form von vergünstigten Krediten für die Renovierung von Schulgebäuden bereitstellen und das System der Studienplatzvergabe reformieren. Dennoch bewerten die Schüler diese Maßnahmen als unzureichend; Schülersprecher Clement Vieillot bezeichnete die Zugeständnisse lediglich als „Krümel“.
Im Zentrum des Konflikts steht die Forderung nach 250.000 neuen Studienplätzen, während die Regierung bisher nur 15.000 bewilligt hat. Marius Mesnil von der Union Syndicale Lycéenne betont, dass dies notwendig sei, damit keine Bewerber mehr aussortiert werden. Präsident Macron hingegen kritisierte diese „maximalistischen Forderungen“ gegenüber dem Youtuber Hugo Décrypte und verwies darauf, dass er in den letzten zehn Jahren bereits 500.000 Plätze geschaffen habe und das Studium sowie die Studierendenversicherung kostenlos seien.
Die Regierung räumt zwar ein, zu spät reagiert zu haben, drängt jedoch nun auf die Rückkehr zum Präsenzunterricht nach den Herbstferien. Hochschulminister Philippe Batiste warnte gegenüber France Info vor einem „Massensterben an der Uni“, da fast die Hälfte der Studienanfänger nach einem Jahr abbricht. Da die Erstsemester seit September nur drei bis vier Wochen Unterricht hatten, sieht die Regierung die Präsenzpflicht als entscheidend für den akademischen Erfolg an.




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