Frankreich hat einen europaweiten Rückruf von rund sieben Millionen Kondomen veranlasst, nachdem Herstellungsfehler festgestellt wurden. Betroffen sind insgesamt 15 verschiedene Kondomsorten eines malaysischen Herstellers, wobei insbesondere besonders dünne Produktreihen betroffen sind. Die Behörden warnten, dass die Dicke und Qualität der Latexschicht stark schwanken, was zu Rissen oder undichten Stellen führen kann.
Die Liste der betroffenen Marken umfasst My Lubie, Einhorn, Adloran, R&S Consumer Goods, Amor, Primeros sowie You Me. Es sind jedoch nicht alle Produkte dieser Hersteller betroffen, sondern nur spezifische Chargen und Kondomtypen. Bereits acht Nutzer meldeten gerissene Kondome, die im Zusammenhang mit den als gefährlich eingestuften Chargen standen.
Die französischen Behörden haben daraufhin einen Import- und Verkaufsstopp für die 15 betroffenen Typen verhängt, der zunächst für ein Jahr gilt und bei Bedarf verlängert werden kann. Erste Rückrufaktionen im Sommer hatten bereits rund 300.000 Kondome in Frankreich betroffen, darunter auch online vertriebene Produkte. Da fehlerhafte Ware noch im Handel oder im Besitz von Konsumenten sein könnte, wurde ein umfassender Rückruf angeordnet.
Die Risiken einer fehlerhaften Barriere sind erheblich, da ungewollte Schwangerschaften oder Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten drohen. Nutzer der beanstandeten Produkte wird empfohlen, sich auf diese Risiken testen zu lassen. Die wirtschaftliche Tragweite wird durch den französischen Markt verdeutlicht, in dem allein im Jahr 2024 über 115 Millionen Kondome verkauft wurden.




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