
Steigende Mieten bringen immer mehr Schweizer Haushalte in finanzielle Schwierigkeiten. Laut einer neuen Befragung des Mieterinnen- und Mieterverbands Schweiz (MVS) in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Sotomo geben fast 40 Prozent der 34'441 Teilnehmenden mehr als 30 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Miete aus. Das liegt über den Empfehlungen des Dachverbands Budgetberatung Schweiz und gilt nach Einschätzung des Verbands für viele als Armutsrisiko. Besonders stark belastet ist eine Minderheit: Rund jede zwanzigste befragte Person wendet sogar mehr als die Hälfte des Einkommens für Wohnkosten auf.
Die Umfrage zeigt, dass die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt inzwischen praktisch flächendeckend ist. Ob in städtischen oder ländlichen Gebieten, in der Deutschschweiz, der Romandie oder im Tessin – die hohe Mietbelastung zieht sich gemäss MVS durch alle Raum- und Sprachregionen. Auch bei der Wohnungssuche zeigt sich ein ähnliches Bild: Zwar sind drei Viertel der Befragten derzeit nicht aktiv auf der Suche, doch mehr als zwei Drittel stuften ihre letzte Wohnungssuche als schwierig ein. Am problematischsten ist die Lage den Angaben zufolge in den Kantonen Genf und Tessin.
Neben der finanziellen Belastung tritt ein zweites Muster deutlich hervor: das angespannte Verhältnis zwischen Mietenden und Vermieterschaft. Rund 70 Prozent der Befragten berichten von Problemen mit ihrem Vermieter oder ihrer Vermieterin. Am häufigsten genannt werden Schwierigkeiten bei Reparaturen, Unterhalt, der Behebung von Mängeln sowie bei Nebenkostenabrechnungen. Dennoch verzichten viele darauf, ihre Rechte wahrzunehmen. Laut Verband haben nur etwa fünf Prozent der Befragten jemals ihren Anfangsmietzins angefochten, obwohl drei Viertel der Anfechtungen ganz oder teilweise erfolgreich endeten. Auch Mietzinssenkungen nach der Senkung des Referenzzinssatzes im vergangenen September wurden von einem grossen Teil nicht eingefordert.
Ein zentraler Grund für die Zurückhaltung ist die Angst vor negativen Konsequenzen. Knapp ein Viertel der Teilnehmenden gab an, sich vor einer Kündigung durch die Vermieterschaft in den nächsten zwei Jahren zu fürchten, am häufigsten im Zusammenhang mit Sanierungen von Liegenschaften. Viele Mietende scheuen deshalb den Konflikt, obwohl laut Umfrage nur ein Drittel der Befragten angibt, gar keine Probleme mit der Vermieterschaft zu haben. Die Resultate des Miet-Barometers zeichnen damit ein Bild eines Marktes, in dem hohe Kosten, knappe Verfügbarkeit und Unsicherheit über die eigene Wohnsituation zunehmend zur Belastung für breite Teile der Bevölkerung werden.

Das See-Spital in Horgen reorganisiert seine Finanzierung mit einem Sale-and-Lease-Back-Geschäft: Die Liegenschaft am Standort Horgen – Gebäude und Grundstück – wird an die auf Spitalimmobilien spezialisierte Infracore SA veräussert und im Rahmen eines langfristigen Mietvertrags zurückgemietet. Die von der an der SIX kotierten Beteiligungsgesellschaft Aevis Victoria kontrollierte Infracore wird damit neue Eigentümerin der Infrastruktur, während das See-Spital die bestehenden Flächen unverändert weiter nutzt.
Im Zentrum der Transaktion steht die Refinanzierung einer ausstehenden Anleihe des See-Spitals über 100 Millionen Franken, die am 3. Juli 2026 zur Rückzahlung fällig wird. Die Obligation war vor acht Jahren zur Finanzierung eines Neubaus aufgenommen worden. Durch den Verkauf der Liegenschaft und den anschliessenden Rückmietvertrag schafft das Spital nach eigenen Angaben eine solide Basis für die Ablösung der fälligen Schuld und stärkt seine finanzielle Basis.
Mit Infracore holt sich das See-Spital eine Partnerin mit ausgewiesener Erfahrung im Schweizer Spitalimmobilienmarkt an Bord. Das Portfolio des Immobilienunternehmens umfasst rund 47 Liegenschaften an 19 Standorten, darunter die Privatklinik Bethanien in Zürich und das Spital Zofingen. Der langfristige Mietvertrag soll den Spitalbetrieb in Horgen nachhaltig absichern; die medizinischen Leistungen können auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen, während immobilienbezogene Aufgaben bei Infracore gebündelt werden.
Strategisch eröffnet die Transaktion dem See-Spital zusätzlichen Spielraum: Durch die Freisetzung von gebundenem Kapital sollen Mittel für den Ausbau des medizinischen Angebots, Investitionen in medizintechnische Ausstattung und die weitere Digitalisierung bereitgestellt werden. Im Unterschied zu anderen Häusern im Kanton Zürich, die mit deutlich schwierigeren Refinanzierungsbedingungen konfrontiert sind, setzt das See-Spital damit frühzeitig auf eine strukturelle Lösung über den Immobilienmarkt, um seine langfristige Ausrichtung als Gesundheitscampus zu festigen.