
Raiffeisen Schweiz stellt ihre Führungsspitze grundlegend neu auf. Der Verwaltungsrat hat den früheren CEO der Basler Kantonalbank (BKB), Basil Heeb, als neuen Verwaltungsratspräsidenten nominiert. Er soll an der Generalversammlung vom 19. Juni 2026 in Lugano die Nachfolge von Thomas A. Müller antreten, der nicht mehr zur Wiederwahl antritt. Die Wahl steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Finanzmarktaufsicht Finma. Mit dem Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats vollzieht die Genossenschaftsbank nach einer bereits vollzogenen CEO-Rochade einen weiteren Schritt in Richtung strategischer Neuaufstellung.
Heeb bringt ein ausgeprägt bankfachliches und strategisches Profil mit. Der 61-Jährige leitete von 2019 bis Anfang 2025 die BKB und war zuvor in leitenden Funktionen bei der Privatbank Notenstein La Roche sowie der Bank Wegelin tätig, wo er von 2009 bis 2012 die Basler Niederlassung in der Geschäftsleitung verantwortete. Seine Karriere begonnen hatte er bei der Unternehmensberatung McKinsey, was ihm intern den Ruf eines analytisch geprägten Technokraten eingebracht hat. Zudem sammelte er Erfahrung in der strategischen Aufsicht als Verwaltungsratspräsident der Bank Cler. Raiffeisen bezeichnet seinen unternehmerischen Weitblick und seine analytischen Fähigkeiten als entscheidend für die Weiterentwicklung der Gruppe.
Mit der Personalie Heeb unterstreicht Raiffeisen einen bereits eingeleiteten Kurswechsel. CEO Gabriel Brenna, der sein Amt im Dezember 2025 übernommen hat, gilt intern als Antipode zu seinem Vorgänger Heinz "Porsche" Huber, der Ende 2024 zurückgetreten war. Brenna, der zuvor die Liechtensteinische Landesbank (LLB) geführt hatte und weiterhin in Vaduz wohnhaft ist, pendelt für seine neue Rolle regelmässig nach St. Gallen und Zürich. Er verfolgt das Ziel, Raiffeisen im Inlandgeschäft als Konkurrenz zur UBS im Private Banking zu positionieren und die Gruppe von ihrem traditionellen Profil als Spar- und Hypothekenbank in Richtung Anlage- und Vermögensbank zu entwickeln.
Parallel zur Nominierung Heebs stärkt Raiffeisen den Verwaltungsrat gezielt mit zusätzlicher Wealth-Management- und Technologiekompetenz. Zur Wahl vorgeschlagen sind der frühere Banque-Syz-CEO und langjährige Pictet-Manager Yvan Gaillard, der Unternehmer Simon Gfeller sowie der in der Software-Branche tätige Philipp Kronenberg. Sie sollen die ausscheidenden Mitglieder Olivier Roussy, Thomas Rauber und Andrej Golob ersetzen. Damit entsteht an der Spitze von Raiffeisen eine weitgehend erneuerte Führungsmannschaft, die den angekündigten Kulturwandel und den Ausbau des Anlage- und Private-Banking-Geschäfts im genossenschaftlichen Verbund vorantreiben soll. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll – die Erwartungen innerhalb der Gruppe an den "roten Riesen" sind entsprechend hoch.

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben den Handel am Freitag mit leichten Verlusten beendet. Vor dem Wochenende hielten sich viele Investoren zurück, da sie angesichts der Spannungen im Nahen Osten und möglicher neuer Meldungen aus der Golfregion ihre Risikopositionen nicht ausweiten wollten. Der EuroStoxx 50 gab zur Mittagszeit um 0,33 Prozent auf 5595,36 Punkte nach. Der Schweizer Leitindex SMI zeigte sich nahezu unverändert, während der britische FTSE 100 um 0,12 Prozent auf 10.051,06 Punkte rücklief.
Marktteilnehmer verwiesen auf eine zunehmende Risikoaversion. „Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben dazu geführt, dass bislang abseits gehaltene Liquidität aus anderen Märkten in Geldmarktanlagen umgeschichtet wird“, sagte Debbie Cunningham, Anlageexpertin beim Vermögensverwalter Federated Hermes. Parallel dazu belastete der große Verfall an den Terminbörsen das Handelsgeschehen, der traditionell für zusätzliche Volatilität sorgt, weil zahlreiche Futures- und Optionskontrakte auslaufen und neu positioniert werden.
Strategen blicken zudem bereits auf die nächste Woche, wenn eine Reihe von Konjunkturdaten veröffentlicht wird, die erstmals die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts widerspiegeln dürfte. „Nächste Woche drohen die Datenstunden der Wahrheit – denn erstmals wird eine Reihe von Konjunkturzahlen die Folgen des Iran-Kriegs widerspiegeln“, sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Besonders im Fokus stehen die Einkaufsmanagerindizes, die sich nach Einschätzung Greils im März spürbar eingetrübt haben könnten.
Auf Sektorebene war eine Gegenbewegung zu den deutlichen Verlusten des Vortags zu beobachten. Zuletzt stark gefallene Branchen lagen vorne, während die bislang stabileren Bereiche schwächelten. Baustoffwerte führten die Gewinnerlisten an: Aktien von Holcim legten um rund drei Prozent zu, nachdem sie seit ihren Jahreshochs etwa ein Viertel an Wert eingebüßt hatten. Auch Reise- und Freizeitwerte sowie der zinssensible Immobiliensektor, die am Vortag unter Druck gestanden hatten, verbuchten Aufschläge. Dagegen gaben defensive Nahrungsmittelaktien überwiegend nach; eine Ausnahme bildeten Unilever, deren Papiere um 0,5 Prozent zulegten.