In der FDP spitzt sich der Machtkampf zwischen Parteiführung und Nachwuchsorganisation zu. Nach der jüngsten Wahlniederlage in Baden-Württemberg fordert der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (Julis), Finn Flebbe, den Rücktritt von FDP-Chef Christian Dürr und Generalsekretärin Nicole Büttner. Die Nachwuchsorganisation will auf dem Bundesparteitag Ende Mai eine komplette Neuwahl der Parteispitze erzwingen und rechnet dabei mit Rückhalt aus der Partei. „Wir beharren darauf, dass eine Neuwahl des Präsidiums auf die Tagesordnung des Parteitags kommt. Und dafür werden wir eine Mehrheit finden“, sagte Flebbe dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.
Flebbe begründet den Vorstoß mit der aus seiner Sicht festgefahrenen Lage der Liberalen. Die FDP stagniere „unter der Wahrnehmungsschwelle“, Dürr und Büttner hätten „mehrfach bewiesen, dass sie keinen Plan haben, wie das zu ändern ist“. Der Juli-Chef spricht von „breiter Unterstützung in der Partei für einen Wechsel an der Spitze“ und verweist auf erste Landesverbände wie Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Berlin, die sich bereits entsprechend positioniert hätten. Nach der anstehenden Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wollen die Julis das Thema in den internen Gremien erneut aufrufen.
Inhaltlich drängt Flebbe auf eine schärfere Profilschärfung der Liberalen. Die Partei müsse „schnellstmöglich deutlich machen, wofür sie steht – nämlich konsequent und ausschließlich für die Leistungsträger der Gesellschaft, für alle Menschen, die etwas aufbauen wollen“. Die FDP solle für Freiheit „ohne faule Kompromisse und mit Ecken und Kanten“ eintreten, um für die Bürgerinnen und Bürger wieder erkennbar zu werden. Distanziert äußert sich Flebbe zu den von Dürr propagierten Konzepten wie der „radikalen Mitte“ und stellt in Frage, ob ausgerechnet ein maßgeblich an der Ampelregierung beteiligter Politiker das durch diese Koalition verlorene Vertrauen zurückgewinnen könne.
Die Parteiführung in Berlin stellt sich dem Kurswechsel in Personalfragen bislang entgegen. Dürr und Büttner waren erst im vergangenen Jahr in ihre Ämter gewählt worden, regulär steht eine Neuwahl der Spitze erst im kommenden Jahr an. An diesem Fahrplan will die Bundesführung festhalten. Aus Parteikreisen hieß es, die Spitze sei entschlossen, „die Erneuerung der FDP weiter voranzutreiben“. Im Zentrum des Bundesparteitags Ende Mai solle daher die Beratung des neuen Grundsatzprogramms stehen – ob die Julis mit ihrem Vorstoß die Tagesordnung und damit die Machtfrage dennoch neu sortieren können, dürfte über den weiteren Kurs der Partei entscheiden.

Die Tecan Group hat ein schwaches Geschäftsjahr 2025 mit einem tiefroten Abschluss verbucht und reagiert mit einem umfassenden Transformationsprogramm. Der Laborausrüster aus Männedorf verzeichnete in Lokalwährungen einen Umsatzrückgang von 1,6 % auf 882,5 Millionen Franken. Das bereinigte EBITDA sank auf 142,1 Millionen Franken nach 164,4 Millionen im Vorjahr, die bereinigte Marge fiel auf 16,1 % von zuvor 17,6 %. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte und Zölle in Höhe von insgesamt 200 Basispunkten lag die EBITDA-Marge bei 18,1 % und damit im Rahmen der früher kommunizierten Prognosen.
Unter dem Strich stand 2025 ein Nettoverlust von 110,7 Millionen Franken. Hauptgrund sind nicht zahlungswirksame Wertminderungen von 139,5 Millionen Franken, die im Zuge einer strategischen Restrukturierung weniger rentabler oder verlustbringender Produktlinien vorgenommen wurden. Diese Belastungen trafen die Gewinn- und Verlustrechnung deutlich stärker als von Analysten erwartet, die zwar mit rückläufigen Ergebnissen, aber nicht mit einem Jahresverlust gerechnet hatten. Dennoch soll den Aktionären eine unveränderte Dividende von 3,00 Franken pro Aktie vorgeschlagen werden.
Kern der Neuausrichtung ist das Transformationsprogramm «Rewired», mit dem Tecan seine Profitabilität und Marktstellung in der Laborautomation stärken will. Im Fokus stehen Portfoliooptimierung und operative Exzellenz, unterstützt durch verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierungstechnologien. Die Unternehmensführung verweist auf robuste, langfristige Wachstumstreiber im Markt für Laborautomation, der zuletzt unter anderem durch Währungseffekte, Zölle und eine verhaltene Nachfrage belastet war. Für 2026 stellt Tecan ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht, bei einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 15,5 % und 16,5 %.
Trotz der kurzfristigen Rückschläge hält das Unternehmen an seinen Mittelfristzielen fest. Tecan geht von einer allmählichen Erholung der Endmärkte mit einem Wachstum von 1 bis 3 % in den Jahren 2027 und 2028 aus. Bis 2028 strebt der Laborausrüster einen Umsatz von 1 Milliarde Franken und eine bereinigte EBITDA-Marge von 20 % an. Das Programm «Rewired» soll dabei helfen, das Geschäft profitabler auszurichten und die anvisierte Skalierung zu erreichen, nachdem 2025 ein Umsatzniveau von knapp 883 Millionen Franken und eine bereinigte EBITDA-Marge von 18,1 % erzielt wurden.