Die russische Zeitung "Nowaja Gaseta", die als eine der letzten Bastionen der Pressefreiheit in Russland galt, stellt ihre Arbeit nach mehr als 30 Jahren ein. In einer Erklärung auf der Website des Mediums heißt es drastisch: "Man hat uns getötet". Die Redaktion gab an, dass die russischen Behörden und die russischen Geheimdienste sie dazu zwungen hätten, den Betrieb einzustellen.
Der endgültige Stopp der Publikationen ist für den 9. November geplant. An diesem Tag werde die Redaktion "das Licht ausmachen", die Server herunterfahren und gehen, so die Mitteilung des Mediums. Die Entscheidung folgt auf einen Zeitraum massiven politischen und finanziellen Drucks durch staatliche Organe.
Die von dem Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow gegründete Zeitung erlangte internationale Bekanntheit durch ihre kritische Berichterstattung. Insbesondere der Mord an der Reporterin Anna Politkowskaja im Jahr 2006 brachte das Medium zu trauriger Berühmtheit. Die Zeitung stand seither verstärkt im Fokus der staatlichen Repressionen.
Mit dem Satz "Wir wurden vernichtet" beschreibt die unabhängige Zeitung das Ergebnis des anhaltenden Drucks der russischen Behörden. Damit endet eine jahrzehntelange Tradition kritischen Journalismus in einem Umfeld, das zunehmend keinen Raum für unabhängige Medien lässt. Der Wegfall der Nowaja Gaseta markiert einen weiteren Einschnitt in der russischen Medienlandschaft.



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