
In Zürich herrscht Wohnungsnot – doch ausgerechnet im oberen Preissegment bleiben Neubauwohnungen in prominenten Hochhäusern leer. Mehrere Türme mit Fokus auf kleinen, hochpreisigen Einheiten verzeichnen trotz grundsätzlich hoher Nachfrage spürbare Leerstände. Besonders betroffen sind Projekte mit Monatsmieten ab rund 2’500 Franken aufwärts, wie etwa der Alto Tower in Altstetten, Oerlikon One Living im ehemaligen Swissôtel-Turm und das Hochhaus Sphinx in Zürich-Wiedikon.
Im Sphinx setzt Eigentümerin Swiss Life konsequent auf 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen mit rund 60 bis 70 Quadratmetern Fläche. Die Mieten liegen zwischen 2’500 und 3’300 Franken, Nebenkosten nicht eingerechnet. Zielgruppe sind laut Vermarkter alleinstehende Gutverdienende, etwa Ärztinnen, Ärzte und leitendes Spitalpersonal des nahegelegenen Triemli-Spitals. Trotzdem ist Monate nach Bezugsstart noch rund ein Fünftel der insgesamt 70 Einheiten unvermietet. Parallel dazu lässt Swiss Life in der Nachbarschaft mehrere ältere Mehrfamilienhäuser abbrechen und verweist darauf, dass ein Teil der noch verfügbaren Wohnungen im Sphinx nur befristet vermietet werde, um sie ab Ende März 2027 für Bewohnerinnen und Bewohner von Leerkündigungen am Letzigraben und an der Triemlistrasse freizuhalten.
Ähnliche Muster zeigen sich in anderen Projekten. Im Alto Tower in Zürich-Altstetten, einem mehr als 80 Meter hohen Neubau mit rund 146 Mietwohnungen, sind Monate nach dem Start weiterhin etwa 20 Wohnungen frei. Die Mieten reichen je nach Grösse von rund 2’200 bis über 5’000 Franken pro Monat. Teilweise werden leerstehende Einheiten inzwischen über Plattformen wie Airbnb angeboten, wo sie etwa 4’400 Franken monatlich kosten. Im Projekt Oerlikon One Living, in den oberen Stockwerken des früheren Swissôtel-Turms, stehen ebenfalls weiterhin Wohnungen leer; für eine 2,5-Zimmer-Wohnung werden dort rund 3’400 Franken verlangt, die Preise für Penthouses liegen deutlich höher.
Die Entwicklung legt eine wachsende Diskrepanz im Zürcher Wohnungsmarkt offen: Während viele Haushalte verzweifelt bezahlbaren Wohnraum suchen, scheint das Angebot an kompakten, aber sehr teuren Neubauwohnungen die Nachfrage der angepeilten Klientel nicht vollständig zu treffen. Die Kombination aus hohen Mieten, kleiner Zimmerzahl und stark auf „Urban Professionals“ zugeschnittener Vermarktung stösst offenkundig an Grenzen. Gleichzeitig verdeutlichen die Leerstände, dass selbst in einer Stadt mit struktureller Wohnraumknappheit nicht jedes Projekt im Hochpreissegment automatisch rasch absorbiert wird.

Die UBS treibt ihre strategische Neuausrichtung in den USA voran und will sich dort von einem spezialisierten Vermögensverwalter zu einer Universalbank entwickeln. Im Rahmen des Projekts «Build the Bank» plant die Schweizer Großbank, ab Ende 2027 Zahlungen sowie Privat- und Sparkonten anzubieten, wie sie auf Anfrage der «NZZ am Sonntag» mitteilte. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten auch Kreditprodukte folgen. Möglich wird der Schritt durch eine nationale Banklizenz, die UBS in den USA vor kurzem erhalten hat und die ihr erlaubt, das Dienstleistungsangebot deutlich zu verbreitern.
Bislang müssen UBS-Kunden in den Vereinigten Staaten für klassische Retail-Banking-Dienstleistungen wie Giro- oder Sparkonten zu Wettbewerbern wie JPMorgan Chase oder Wells Fargo ausweichen. Mit dem Einstieg in dieses Geschäftsfeld zielt UBS darauf ab, ihre Kundenbasis auszuweiten und zusätzliche Ertragsquellen im wichtigsten Finanzmarkt der Welt zu erschließen. Konzernchef Sergio Ermotti will sich laut Medienberichten auch von politischem Gegenwind aus Bern nicht von den Wachstumsplänen in den USA abbringen lassen.
Die Bank ist in Nordamerika bereits stark präsent: Rund 25.000 Mitarbeitende arbeiten dort für UBS, darunter etwa 5.700 Finanzberater – deutlich mehr als in anderen Regionen. Dieses Modell bringt jedoch Strukturprobleme mit sich. Viele der Berater agieren faktisch wie unabhängige Unternehmer, die mit UBS zusammenarbeiten und Zugang zu deren Plattform und Produkten erhalten. Die Kundenbeziehung liegt damit in erster Linie bei den Beratern, nicht bei der Bank. UBS versucht seit Jahren, diese Abhängigkeit zu reduzieren und die Macht der Finanzberater zu begrenzen, verlor laut Branchenportal «Advisor Hub» jedoch 2025 so viele Berater wie keine andere Bank.
Die Personalstruktur in der Region «Americas» hatte spürbare Folgen für das Geschäft. Im vierten Quartal 2025 kam es im Vermögensverwaltungsgeschäft zu Nettoabflüssen von Kundengeldern, was das Management unter anderem auf die Beraterproblematik zurückführte. Dennoch rechnet UBS für das Gesamtjahr 2026 wieder mit Neugeldzuflüssen. Parallel dazu versucht die Bank, im intensiven Wettbewerb um Top-Berater die Weichen neu zu stellen: Sie hat die Vergütungen angehoben und ein Rekrutierungsprogramm mit hohen Antrittsprämien aufgelegt. Diese sollen ausgewählten Finanzberatern den Wechsel schmackhaft machen und die Position der Bank im hart umkämpften US-Markt stärken, während sie gleichzeitig den Übergang vom reinen Vermögensverwalter zur Universalbank vorbereitet.