
Fresenius Medical Care vollzieht überraschend einen Wechsel an der Konzernspitze und verschreckt damit den Markt. Die langjährige Vorstandsvorsitzende Helen Giza wird das Dialyseunternehmen aus Bad Homburg mit Ablauf des 11. Oktober verlassen, wie der DAX-Konzern mitteilte. Details zu den Hintergründen nannte FMC in seinen Mitteilungen zunächst nicht. Der Aufsichtsrat bestellte einstimmig Shervin J. Korangy mit Wirkung zum 12. Oktober zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Korangy legte im Zuge der Ernennung sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats nieder.
Giza stand knapp vier Jahre an der Spitze von Fresenius Medical Care, zuvor war sie drei Jahre Finanzvorständin des Unternehmens. In internen Kreisen wurde zuletzt offenbar Zweifel an ihrem Kurs laut. "Keine neuen Ideen, keine Vision - immer nur der Sparzwang reicht nicht", sagte die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und langjährige Betriebsrätin Stefanie Balling der Nachrichtenagentur Reuters zufolge. Die Strategie sei "wirklich nicht prickelnd", begründete sie den Wechsel an der Spitze. Gizas Vertrag wäre demnach im kommenden Jahr ausgelaufen.
Mit Korangy rückt ein Kenner des Hauses nach. Der 51-jährige US-Amerikaner war bis Anfang des Jahres Vorstandschef des Augenheilkunde-Spezialisten BVI Medical und gehört seit 2023 dem Aufsichtsrat von FMC an. Balling zufolge habe er dort "immer schon die richtigen Fragen gestellt"; es habe sich abgezeichnet, dass Gizas Vertrag nicht verlängert werden sollte. Aufsichtsratschef Michael Sen, der zugleich Vorstandsvorsitzender des Großaktionärs Fresenius ist, sprach von einem Wendepunkt für FMC. Die Ziele der Transformation der vergangenen Jahre seien weitgehend erfüllt, in der nächsten Wachstumsphase solle das Unternehmen von einem anderen Führungsprofil profitieren.
An der Börse kam der abrupte Führungswechsel schlecht an. Die im Leitindex DAX notierten FMC-Papiere gaben im Tagesverlauf deutlich nach. In einer ersten Reaktion verloren die Titel zeitweise bis zu 4,5 Prozent, in der Spitze sogar mehr als acht Prozent auf 36,71 Euro. Anleger müssen sich nun auf eine neue strategische Akzentsetzung einstellen: Während Gizas Amtszeit im Zeichen der Transformation und Kostendisziplin stand, soll Korangy das Unternehmen nach dem Willen des Aufsichtsrats wieder stärker auf Wachstumskurs bringen.

Die an der Schweizer Börse SIX kotierte EEII AG hat für das erste Halbjahr 2026 einen Verlust von 547’568 Franken ausgewiesen. Bereits im zweiten Halbjahr 2025 hatte die Gesellschaft einen Fehlbetrag von 332’306 Franken verbucht. Der Nettoinventarwert (NAV) der EEII-Aktien lag per 30. Juni 2026 bei minus 0.76 Franken je Titel, was einer Verschlechterung um 0.29 Franken pro Aktie seit Jahresbeginn entspricht.
Im Mittelpunkt des Berichtszeitraums standen die Vorbereitungen für eine Reverse-Takeover-Transaktion mit der Jubin Frères SA. EEII hat nach eigenen Angaben die reglementarische Genehmigung der Schweizer Börse erhalten, um eine Kapitalerhöhung durchzuführen und das Unternehmen Jubin Frères zu integrieren. Damit schafft die Gesellschaft die formalen Voraussetzungen, ihren Status als Börsenmantel in eine operative Struktur zu überführen.
Operativ verfügt EEII derzeit über keine aktive Investition. Dennoch fielen für den Erhalt der Struktur als kotierte Gesellschaft im ersten Halbjahr 2026 Kosten von rund 128’479 Franken an. Hinzu kamen Aufwendungen von 419’089 Franken für die Erstellung des Prospekts und dessen Einreichung bei der SIX. Zusammengenommen summierten sich die gesamten Betriebsaufwendungen auf 547’568 Franken und entsprechen damit vollständig dem ausgewiesenen Verlust.
Der Halbjahresbericht 2026 ist über die Website des Unternehmens abrufbar. EEII ist an der SIX kotiert (Bloomberg: EEII SW Equity). Das Unternehmen betont, dass die veröffentlichten Informationen ausschliesslich zu Informationszwecken dienen und weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der EEII AG darstellen.