Die internationalen Märkte für Edelmetalle verzeichnen einen massiven Preisverfall, wobei Gold und Silber am Freitag auf ihre niedrigsten Stände seit fast einem Jahr fielen. In London sank der Goldpreis zum Wochenschluss zeitweise auf 3937 US-Dollar bzw. 3537 Euro pro Feinunze, was dem Tiefstwert seit November 2025 entspricht. Parallel dazu rutschte der Silberpreis unter die 50-Dollar-Marke und erreichte mit 49,62 Dollar pro Feinunze ebenfalls einen fast einjährigen Tiefstand.
Hauptauslöser für diesen Abwärtstrend sind aktuelle Inflationsdaten aus der Eurozone, insbesondere die hohen Preise für Gas und Kraftstoffe. Diese Entwicklung schürt an den Finanzmärkten die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bereits im Dezember die Zinsen erhöhen wird. Da Gold und Silber im Gegensatz zu Staatsanleihen keine laufenden Zinsen abwerfen, verlieren sie an Attraktivität, sobald die Renditen anderer Anlageformen steigen.
Zusätzlichen Druck erzeugt die Geldpolitik in den Vereinigten Staaten, wo die Notenbank Fed eine Zinserhöhung im Dezember ebenfalls nicht ausgeschlossen hat. Der im September auf 3,6 Prozent gestiegene PCE-Preisindikator liegt damit deutlich über dem Inflationsziel der Fed von zwei Prozent. Diese steigende Teuerung in den USA verstärkt die Tendenz der Anleger, von Edelmetallen in zinstragende Anlagen zu wechseln.
Bereits im Oktober war die Lage für Gold-Investoren schwierig, da die Preise in diesem Zeitraum um fast fünf Prozent sanken. Zudem halten geopolitische Spannungen und die Sorge vor erneuten Kämpfen im Nahen Osten die Energiepreise auf einem hohen Niveau. Dies befeuert die Inflationsängste an den globalen Finanzmärkten und belastet die Kurse von Gold und Silber weiter.




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