Eine Familie im Vereinigten Königreich würde etwa 83 Stunden bzw. 10,4 Arbeitstage benötigen, um die 257 Dokumente zu Datenschutz und Nutzungsbedingungen zu lesen, die mit einem ganz normalen Tag verbunden sind.
ZÜRICH, 28. September 2026 /PRNewswire/ -- Laut einer neuen Studie der Web3 Foundation würde eine Familie im Vereinigten Königreich mehr als 10 volle Arbeitstage benötigen, um das Kleingedruckte zum Datenschutz der digitalen Dienste und Systeme zu lesen, die an einem ganz normalen Tag genutzt werden.
Das modellierte Familienszenario umfasste 257 Dokumente mit insgesamt 1 184 835 Wörtern. Das entspricht etwa 83 Stunden Lesezeit oder 10,4 Acht-Stunden-Arbeitstagen und damit 34 % mehr als die 884 647 Wörter in William Shakespeares Gesamtwerk.
Das Whitepaper Everyday Surveillance: What One Ordinary Day May Reveal About You (Überwachung im Alltag: Was ein ganz normaler Tag über Sie verraten kann) untersuchte sechs Modellhaushalte im Vereinigten Königreich und in den USA. Forscher identifizierten 1195 relevante Dokumente zu den Themen Verbraucherdatenschutz und Nutzungsbedingungen, die mehr als 5,38 Millionen Wörter umfassten.
Von insgesamt 143 Unternehmen und Institutionen geben 83 % an, dass sie personenbezogene Daten für Marketing- oder Werbezwecke nutzen dürfen, 80 % dürfen diese mit anderen Informationen kombinieren, 71 % dürfen sie an Geschäftspartner weitergeben und mindestens 24 % verfügen über Dokumente, aus denen hervorgeht, dass Nutzerdaten zum Trainieren oder Verbessern von KI-Systemen oder Systemen für maschinelles Lernen verwendet werden dürfen.
Die Studie erhebt weder den Anspruch, eine landesweite Erhebung zu sein, noch das Nutzungsverhalten aller Nutzer zu beschreiben. Sie untersucht dokumentierte Möglichkeiten und Berechtigungen anhand evidenzbasierter Modellszenarien, die gängige digitale Dienste sowie Systeme im Vereinigten Königreich und in den USA betreffen.
Gavin Wood, Gründer der Web3 Foundation, sagte: „Wir haben getan, wozu Verbraucher aufgefordert werden: Wir haben die Datenschutzerklärungen gelesen. Für die als Beispiel herangezogene Familie im Vereinigten Königreich bedeutet ein ganz normaler Tag mehr als zehn Arbeitstage Lesezeit. Nichts davon ist verborgen. Vielmehr wird es öffentlich, vollständig und in einem Umfang offengelegt, der einer Verschleierung gleichkommt."
Bill Laboon, Bereichsleiter technische Operationen bei der Web3 Foundation, sagte: „Es ist bemerkenswert, wie viele Daten bei ganz alltäglichen digitalen Aktivitäten anfallen können. Der Bericht wirft die Frage auf, ob wir Dienste anders gestalten können, indem wir den Menschen beispielsweise die Möglichkeit bieten, das Erforderliche nachzuweisen, ohne dabei routinemäßig die zugrunde liegenden Informationen offenzulegen."
Das Whitepaper und die technische Methodik: https://web3.foundation/insights/
Medienanfragen: Tom Collins, tom@zebek.co.uk, +44 7904 496117
Informationen zur Web3 Foundation: Die Web3 Foundation setzt sich für ein gerechteres Internet ein.
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Mit einem betont unterhaltsamen und zugleich programmatischen Auftritt hat der Kanton Schwyz seine Rolle als Gastkanton an der 83. Olma in St. Gallen übernommen. Bereits die offizielle Eröffnungsfeier im Theater St. Gallen zeigte, wie breit sich der Innerschweizer Kanton präsentieren will – kulturell, politisch und touristisch. Unter dem Motto «Schwyz liefert» rückt der Kanton während elf Tagen ein gutes Stück weiter nach Osten und nutzt die Publikumsmesse als Schaufenster für seine Produkte, sein Brauchtum und seine Eigenheiten.
Musikalisch setzte Schwyz zum Auftakt auf vertraute Namen mit regionalen Wurzeln: Unter der geistreichen, pointierten Moderation der Schwyzer Dirigentin Graziella Contratto spannten Jodlerin Nadja Räss, Schwyzerörgeler Markus Flückiger, Kontrabassist Pirmin Huber, Violinist Raphael Nussbaumer, das Ensemble Kulturschock mit Mezzosopranistin Lydia Opilik sowie Sängerin Linda Elys den Bogen von Volksmusik über Klassik bis Pop. Das Publikum im Stadttheater dankte den Schwyzer Klängen, die sonst eher zwischen Mythen und Rigi zuhause sind, mit tosendem Applaus.
Auch die Bundespolitik war prominent vertreten. Bundesrat Guy Parmelin eröffnete die Messe traditionsgemäss mit einem Ferkel – in diesem Jahr mit Säuli Vivienne, das sich beim Fototermin mit lautem Quieken gegen den Auftritt wehrte. Der Landwirtschaftsminister nutzte die Bühne, um die Olma als «herausragenden Begegnungsort» zwischen Konsumenten und Landwirtschaft zu würdigen und sprach von einer «Schweiz im Kleinformat», in der Fachleute, Familien, Politiker und Tiere zusammenkommen. Gleichzeitig verwies er auf die «Ernsthaftigkeit der Lage» für die Landwirtschaft, etwa mit Blick auf Trockenheit und grosse Hitze im vergangenen Sommer.
Der Schwyzer Landammann Sandro Patierno und Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher, Präsidentin des Organisationskomitees für den Gastkanton-Auftritt, stellten den Kanton ins Zentrum. Patierno zeigte sich besonders stolz auf den in Übergrösse ausgestellten Bundesbrief, das Hölloch und die legendären Wetterpropheten und spielte im Bühnengespräch mit Contratto mit dem Motto «Schwyz liefert». Humor bewies er auch, als er – gefragt nach seinen Lieblingstieren – Wildsäue, Wölfe und die Asiatische Hornisse nannte und festhielt, der Kanton Schwyz «liefere» auch in dieser Hinsicht. Verwaltungsratspräsident Markus Streckeisen erklärte die Olma schliesslich offiziell für eröffnet und erinnerte daran, dass die Messe aus dem Zusammenspiel vieler Menschen und Partnerschaften entstehe.
Während der elf Messetage, die in St. Gallen als «fünfte Jahreszeit» gelten, setzt der Gastkanton auf ein Konzept mit zahlreichen Boxen, in denen Besucher Produkte und Bräuche aus Schwyz entdecken können. Neben Klassikern wie der Degustationshalle bleibt auch das traditionelle Säulirennen um 16 Uhr ein Publikumsmagnet. Für Bundesrat Parmelin, der direkt von einem Staatsbesuch in Neu-Delhi an den «etwas kleineren Flughafen» Altenrhein reiste, ist der Gang durch die Olma mehr als Folklore: Er bezeichnete den offenen Dialog zwischen Produzenten, Verarbeitern, Händlern, Konsumenten und Regulierungsbehörden als zentral – eine Botschaft, die zum Selbstverständnis der Messe und zum Auftritt des Gastkantons gleichermassen passt.